
Künstlerischer Werdegang
Die künstlerische Neigung, wie sie sich seit frühester Kindheit zeigte, wurde während der Zeit auf dem Gymnasium vom Kunsterzieher stark gefördert (Schulpreise, Möglichkeit in seinem Atelier an großen Auftragsarbeiten mitzuwirken, Anfertigung von Theatermasken und Marionetten usw.).
Nach dem Abitur (1967), der frühen Heirat (1968) und der Geburt einer Tochter (1970) begann eine Zeit als freischaffende Künstlerin und Modedesignerin für international renommierte Firmen mit einer Lehrtätigkeit für eine amerikanische Farbenfirma.
Das der Mode übergeordnete Interesse für “Farbwirkung”, “Entstehung von Moden” oder andere interdisziplinäre Themen wie “Persönlichkeit und Mode” führte schließlich zum Studium der Psychologie an der Universität Heidelberg.
Im Hauptstudiengang wurde Kunst als Forschungsgegenstand gewählt, wie dies auch das Thema der Diplomarbeit; “Soziale Repräsentation von Kunst” zeigt: Anhand der Kunstauffassungen einer etablierten Künstlergruppe wurde die unterschiedlichen Organisationsprinzipien in der Konstruktion von Wirklichkeit untersucht. Letztlich geht es bei diesem Thema um den Erkenntnisprozeß selbst, der bis in die Antike zurück als Problem der Ordnung in der Organisation der Teile zu einem Ganzen diskutiert wird.
Während der Entstehungsprozeß von Kunst selbst keine geeignete Grundlage zur Untersuchung dieser Organisationsform darstellt, weil hier zu einem großen Teil unbewußte Prozesse, wie sie z. B. in der Wirkung von Bildern ablaufen, eine große Rolle spielen. Während Bilder unmittelbar wirken, ohne daß sie verstanden werden müssen, setzt deren Verständnis eine vorhergehende Struktur voraus. Im sprachlichen Ausdruck, z. B. einer Kunstauffassung, manifestiertieren sich solche Strukturen. Ohne den sehr schwierigen und komplexen psychologischen Hintergrund näher auszuführen, soll an dieser Stelle nur darauf hingewiesen werden, dass die Kunstauffassungen etablierter Künstler eine bestimmte Organisationsform im Entstehungsprozeß von Kunst beinhaltet, die zu einem engen Zusammenhang zwischen der Existenz des Künstlers, seiner Lebensauffassung und seiner formalen Umsetzung einer künstlerischen Idee führt. Dieser enge Zusammenhang wie er im Wechsel von Konkretisierung und Abstraktion entsteht und seinen Ursprung sowohl in einem Körperbezug, einer verkörperten Arbeitssituation und den verschiedensten Prozessen der Identifikation und Symbolisierung hat, besteht bei künstlerischen Laien nicht. Zugleich beinhaltet diese Organisationform ein künstlerisches Grundprinzip wie es in Zitaten von Kunstauffassungen von der Antike bis heute zu finden ist und die etwas formulieren, was die Gestaltpsychologen als Problem der Ordnung in der Organisation der Teile zu einem Ganzen in die Kunstpsychologie eingeführt haben.
Nach dem Studium der Psychologie war der künstlerische Schaffensdrang sehr groß. Für die Übergangszeit bis zur Fertigstellung des Eigenheimes in Sommerfeld stand das Atelier des früheren Kunsterziehers zur Verfügung. Einige Bilder aus dieser Zeit (siehe Beispiele) hängen heute im Haus in Sommerfeld. Besonders erfolgreich in dieser Zeit war das Unterrichten von Schülern, die sich für die Kunstakademie bewarben.
Eine entscheidende Weiterentwicklung des künstlerischen Profils begann mit der Verwirklichung eines künstlerischen Gartens. Mit dieser Ausrichtung künstlerischer Arbeit ist nicht nur ein zunehmender gärtnerischer Erfahrungsschatz verbunden, der gerne an Nachbarn und Besucher weitergegeben wird, sondern auch die künstlerischen Perspektiven erweitern sich. Es entstehen immer wieder neue Gartenskulpturen aus den verschiedensten Materialien wie Holz, Stahl, Stein, glasfaserverstärktes Polyester und Glasmosaiken, die entweder zu den Pflanzen eine Symbiose oder zur Architektur einen Schwerpunkt oder ganz allgemein einen Aktionspunkt bilden.
Eine besondere Herausforderung künstlerischer Gartengestaltung entsteht schon dadurch, dass die Natur ihre eigene Ausdruckskraft besitzt, die es gilt, mit den Mitteln der Kunst zu verdichten. Dies verlangt einen Übersetzungsvorgang zweier unterschiedlicher Gebiete: Gesetze der Gestaltung und der Pflanzenökologie.
Die Aufnahme in den Flora Gartenführer, die Vorstellung im Internet als Garten des Monats durch den Ulmer Verlag und besonders der Beginn eines großen Gartenprojektes in Süddeutschland sind sicherlich erst der Anfang einer zunehmenden Professionalität der künstlerischen Gartengestaltung, die ihren Niederschlag auch in Veröffentlichungen und Dokumentationen über Gartenkunst findet.
Die vielen Besucher, die unseren Garten in Sommerfeld in übereinstimmender Weise als Künstlergarten identifizieren und ihre Freude über ein besonderes Gartenerlebnis äußern, ist immer wieder ein Ansporn, nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten einer Gartenkultur zu suchen, denn wie schon Karl Foerster sagte: “ Wer mit seinem Garten zufrieden ist, hat ihn nicht verdient”.